Häufige Fragen

Wir wollen bessere Luftqualität in Städten! Dafür setzen wir auf die natürlichen Fähigkeiten von Moosen und kombinieren diese mit smarter Technologie. Das ist komplex und nicht immer leicht zu verstehen. Im Folgenden beantworten wir die Fragen, die uns in den vergangen Jahren am häufigsten gestellt wurden und hoffen unseren Ansatz verständlicher zu machen. Falls Sie darüber hinaus Fragen haben, dann melden Sie sich gerne unter info@mygcs.de. Zudem freuen wir uns über Ihr Feedback.

Die Gründer Liang Wu und Peter Sänger haben beide persönliche Erfahrungen in Zusammenhang mit Luftqualität gesammelt. Liang stammt aus Shanghai und hat dort den negativen Einfluss verschmutzter Luft hautnah erlebt: Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends und wurde erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland besser. Auch Peter ist auf Reisen auf die Folgen von Smog für die Lebensqualität in Städten gestoßen. Als Liang und Peter sich an der Universität kennenlernten, entstand der gemeinsame Wunsch, eine nachhaltige Lösung für dieses Problem zu entwickeln. Mit einem jungen Team von Expert:innen aus den Bereichen Gartenbau/Biologie, Informatik, Architektur und Maschinenbau ging  Green City Solutions 2014 an den Start.

Luftverschmutzung gehört weltweit zu den größten Umweltproblemen und ist für jeden 7. Todesfall verantwortlich. Green City Solutions will mit seinen Produkten Menschen an besonders belasteten urbanen Orten zu sauberer Luft und damit zu mehr Gesundheit und Lebensqualität verhelfen. Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie ist die Dringlichkeit mehr als deutlich geworden. Schlechte Luftqualität fördert neben Herzrhythmusstörungen und Demenz insbesondere Lungen- und Atemwegserkrankungen. Genau die Vorbelastungen also, die Familien, Freund:innen und Nachbar:innen jetzt zu Risikogruppen machen. Laut aktuellen Erhebungen gehen sogar bis zu 20 Prozent der Covid-19 Todesfälle auf das Konto von Luftverschmutzung.

Unser Kernprodukt ist ein Moosfilter. Er basiert auf der Idee, Natur mit digitaler Technologie zu kombinieren, um so die Luftqualität zu verbessern. In dem natürlichen Superhelden Moos steckt mehr, als man denkt! Moose binden Feinstaub, manche sind antiseptisch, antiviral und fungizid; echte Allrounder für Luftreinhaltung und Gesundheit. Mit dem Zusammenspiel von Sensoren, intelligenter Ventilation, Bewässerung und Software wird diese natürliche Reinigungsleistung nutz- und messbar gemacht. Die Resultate sind der CityTree & der CityBreeze: Eine Kombination aus Stadtmöbel, bzw. Außenkommunikation und Biofilter in dessen Inneren komplexe Technologie steckt, die die Bewässerung und Durchlüftung der Moosmodule steuert und allerhand Umwelt- und Luftqualitätsdaten sammelt.

CityTree & CityBreeze sind damit die ersten Biotech-Filter zur nachweisbaren Verbesserung der Luftqualität.

Moose haben eine riesige Oberfläche, vergleichbar mit der menschlichen Lunge. Auf dieser Oberfläche werden Feinstaubpartikel aus der angesaugten Luft elektrostatisch angezogen und kleben sozusagen fest, ähnlich wie bei einem Microfasertuch. Der Unterschied zum Microfasertuch ist, dass das Moos die Feinstaubpartikel verstoffwechselt, den Feinstaub also „frisst“. In umfangreichen Messungen konnte festgestellt werden, dass die Moosmodule bis zu 82% des Feinstaubs aus der Luft entfernen kann. Bis zu welcher Entfernung dieser Effekt messbar ist, hängt allerdings von zahlreichen Faktoren wie Windrichtung und -stärke ab. Unter guten Bedingungen ist der Effekt in 5-10 Metern immer noch wissenschaftlich nachweisbar. Jeder CityTree kann etwa 3500, jeder CityBreeze 1200 Kubikmeter Luft pro Stunde reinigen, kühlen und befeuchten, das entspricht dem Atemvolumen von 7.000, bzw. 3.000 Menschen. Beide Filter sind zudem hocheffiziente Kühlanlagen, die für die Kühlung nur die Leistung braucht, die vergleichbar mit etwa 5 Glühbirnen (ca. 125W) ist. Der Vorteil dieser Bio-Filter gegenüber konventionellen Luftfiltern ist außerdem, dass sie nie “voll” werden, da der Feinstaub vom Moos zu Biomasse umgewandelt wird. Ein Filter also, der sich gewissermaßen selbst reinigt.

Es gibt etwa 20.000 Moosarten auf der ganzen Welt, von den Polarregionen bis in die Wüste kommen sie vor. Das Moos, das bei Green City Solutions verwendet wird. wird selbstverständlich nicht aus der Natur entnommen, wo es einen wichtigen Nutzen erfüllt. Green City Solutions hat zum Zweck der Mooskultivierung in Bestensee nahe Berlin die weltweit erste vertikale Moosfarm aufgebaut. Hier wachsen auf gut 1.200 Quadratmeter Moose in Form von vertikalen Moosmatten. Die Moos-Forscher:innen bei Green City Solutions sind konstant bestrebt, immer bessere Moosarten und -mixe für den Zweck der Luftreinigung- und -erfrischung zu finden. In der Natur benötigen Moose etwa 4 Jahre, um zu einer dichten, sattgrünen Moosfläche zusammen zu wachsen. Durch spezielle Kultivierung und ideale Versorgungsbedingungen konnte die Zeit in der Moosfarm auf unter 12 Wochen verkürzt werden. Einmal in den CityTree oder CityBreeze eingesetzt, trägt der speziell entwickelte Bio-Algorithmus dafür Sorge, dass die Moose bestens versorgt werden. So können sie in den Biofiltern theoretisch für unbegrenzte Dauer verbleiben. Wir arbeiten daran, den Algorithmus so zu perfektionieren, dass genau dies auch umgesetzt wird. Aktuell tauschen wir die Moosmatten jedoch alle 6  Monate aus, um eine ideale Leistung zu jeder Zeit sicher zu stellen. Diese können sich dann auf der Moosfarm unter idealen Bedingungen regenerieren und werden dann für den Einsatz in Städten wiederverwendet.

Seit dem Start von Green City Solutions wurde bereits mit zahlreichen Städten und Unternehmen in ganz Europa zusammengearbeitet. Die erste Version des CityTrees kam in über 50 Projekten für mehrere Jahre zum Einsatz. Die Neuheit der Technologie, die Komplexität der Verknüpfung von Hard- und Software und auch die Ansprüche des Lebewesens Moos brachte in den ersten Jahren zahlreiche Herausforderungen mit sich. Technische Probleme, besondere Standortanforderungen, Komplikationen mit dem Wartungsdienst und wechselnde Wasserqualitäten waren einige der Faktoren, die der Vitalität und Leistungsfähigkeit des Organismus zusetzten. Ende 2018 wurde auf Basis einer kritischen Analyse entschieden, eine völlig neue Produktgeneration zu entwickeln, die alle Erkenntnisse der Vergangenheit berücksichtigen sollte.
In einem zwei Jahre andauernden Weiterentwicklungsprojekt wurden erhebliche Verbesserungen am CityTree realisiert, die mit fast zwei Millionen Euro aus dem europäischen Förderprogramm Horizon 2020 co-finanziert wurden. Die  Fördersumme hat maßgeblich dabei geholfen, die Erkenntnisse aus den vorausgegangenen Projekten zu nutzen, um das Moosmodul smarter zu machen und die Leistung des CityTrees weiter zu verbessern.

Es ist nun gut ein Jahr her, dass die beiden Gründer Peter Sänger und Liang Wu die neue Generation des CityTrees vor Presse und vielen weiteren Zuschauer:innen nahe der Gedächtnis-Kirche im Zentrum Berlins enthüllten. In den zwei Jahren zuvor wurden erhebliche Weiterentwicklungen am CityTree realisiert, die über das europäische Förderprogramm Horizon 2020 co-finanziert wurden. Das sind die wesentlichen vier Meilensteine auf einen Blick:

Der Bio-Algorithmus: Beste Bedingungen auch fernab des Waldes

Moose sind zu Erstaunlichem fähig und zudem höchst anpassungsfähig. Doch mitten in der Stadt, auf einem belebten Platz oder neben einer viel befahrenen Straße brauchen unsere Superhelden Unterstützung.  Mit einem eigens entwickelten Bio-Algorithmus werden die standortabhängigen Idealbedingungen für die Moose sichergestellt. Anhand von 30 Datenpunkten und einer verbundenen Analysedatenbank, werden Faktoren wie Durchlüftung und Bewässerung so ausgesteuert, dass die Moose zu jederzeit bestens versorgt sind und sich voll auf die Filterung und Erfrischung der Stadtluft konzentrieren können.

 

Die Moosfarm: Wir lernen das Moos zu verstehen

Moose haben eine riesige Oberfläche, vergleichbar mit der menschlichen Lunge. Auf dieser Oberfläche werden Feinstaubpartikel aus der angesaugten Luft elektrostatisch angezogen und kleben sozusagen fest, ähnlich wie bei einem Mikrofasertuch. Der Unterschied zum Mikrofasertuch ist allerdings der, dass das Moos die Feinstaubpartikel verstoffwechselt, den Feinstaub also „frisst“. Hierfür gilt es zu verstehen, welches der etwa 20.000 bekannten Moose am besten für den Zweck der Luftreinigung und -erfrischung geeignet ist und wie wir dieses Super-Moos dabei standort- und wetterunabhängig unterstützen können. Deshalb haben wir in Bestensee nahe Berlin die weltweit erste vertikale Moosfarm aufgebaut. Hier erforschen wir die grünen Tiefen unserer Moose und sind in der Lage fertige Matten voll dichtem, grünem und hungrigem Moos in nur 12 Wochen zu kultivieren.

AirCare: Luftqualität wird sichtbar

Niemand würde ein Glas mit schmutzigem Wasser trinken. Wie sieht es aber mit verschmutzter Luft aus? Neben der Luftreinigung und -kühlung besteht ein wesentlicher Teil unserer Arbeit darin, Luftqualität sichtbar zu machen. Hierfür haben wir unser AirCare-Dashboard entwickelt, in dem die, von der Sensorik gemessenen Daten ausgewertet und visualisiert werden. So wollen wir Stadtbewohner:innen darüber informieren, wie sauber oder dreckig die Luft ist, die sie und ihre Kinder tagtäglich atmen.

Wissenschaftliche Validierungen & CE-Zertifizierung

Mit der CE-Zertifizierung bekam unser Projekt 2020 ein wichtiges Qualitätssiegel. Zudem haben wir sowohl die Kühlleistung als auch den Filtereffekt auf Feinstaubkonzentration in wiederkehrenden Messungen gemeinsam mit dem Institut für Luft- und Kältetechnik (ILK) Dresden belegt und bestätigt. Die Moosmodule in unseren Produkten reinigen die Luft von bis zu 80% des Feinstaubs. Die Messungen wurden im Labor, in einer Halle und im Außenbereich durchgeführt.

[Der ausführliche Abschlussbericht der Europäischen Union des Förder-Projekts findet sich hier.]

Diese Fragestellung ist eigentlich etwas unglücklich, da beide Organismen unterschiedliche Umweltleistungen erbringen. Wir verstehen unsere Produkte als Ergänzung zu Bäumen und nicht als deren Ersatz. CityTree & CityBreeze können auch dort zum Einsatz kommen, wo Bäume es schwer haben. Bäume wandeln CO2 in Sauerstoff um, spenden Schatten und sind wichtig für das Klima sowie die Biodiversität. Gegen Luftverschmutzung durch Feinstaub können sie jedoch wenig ausrichten, sie leiden vielmehr sogar massiv darunter. Hier kommen unsere Produkte ins Spiel, denn Moose können Feinstaub auf natürliche Weise filtern und “verdauen”. Neben dieser natürlichen Luftreinigung erzeugen die Moosfilter zusätzlich einen spürbaren Kühleffekt, genau auf Höhe der Menschen. Diese Umweltleistungen lassen sich, anders als bei Bäumen, durch den Einsatz von Sensoren überwachen, messen und steuern.

Der normale Stadtbaum und CityTree und CityBreeze stehen also nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich vielmehr als Lösung für unterschiedliche Probleme. Ein Baum wirkt als Maßnahme eher langfristig, die Moosfilter kurz- bis mittelfristig. Zusammen bilden sie also ein perfektes Team!

Wir können nicht die Luft einer ganzen Stadt reinigen. Das ist aber auch nicht unser Ansatz. Es gibt so viele Orte in der Stadt, in denen die Luft in Ordnung ist oder wo sich nicht wirklich Menschen aufhalten. Unsere Produkte sind dort sinnvoll eingesetzt, wo die Belastung mit Feinstaub hoch ist und wo sich gleichzeitig viele Menschen aufhalten (müssen). Man denke an eine Bushaltestelle an einer viel befahrenen Straße, ein Straßencafé, einen Bahnsteig, einen innerstädtischen Schulhof, auch einen Firmencampus. An diesen Stellen können die Moosfilter die Luft säubern und Frischluftzonen und Begegnungsorte für die Menschen schaffen.

Mit dem CityBreeze greifen wir außerdem bestehende Infrastrukturen auf und ergänzen diese um die grünen, reinigenden Moose. Gerade in Verbindung mit Außenkommunikation wird ein Schuh draus. Zum einen befindet sich das Out-of-Home-Segment gerade in einem erstaunlichen Wandel. Klimagerechte und nachhaltige Inhalte und Medien beherrschen Fachartikel und Messen. Der CityBreeze ermöglicht Werbung mit Mehrwert und bietet die ideale Präsentationsfläche für nachhaltige Initiativen. Zum anderen sind Werbeflächen Fixpunkte in Städten, die dort platziert werden, wo möglichst viele Menschen sie sehen können. Das passt super zu dem Ansatz von Green City Solutions, dort Frischluftzonen zu errichten, wo möglichst viele Menschen profitieren können. So verbinden wir Ökologie und Ökonomie und erzeugen eine sofortige und nachhaltige Verbesserung der Luftqualität in Städten.

Die Vision von Green City Solutions ist es, frische und saubere Luft zu allen Menschen zu bringen. Nach einer Testphase geht es dann darum, die serienreifen Produkte CityTree und CityBreeze in Städten weltweit auszurollen. Das bereiten wir aktuell vor. In der darauffolgenden Phase wird es darum gehen, sogenannte Clean Air Networks aufzubauen, mit weiteren Luftfiltern auf Moosbasis, die zum Beispiel auch für Endkonsumenten geeignet sind oder die als vertikale Fassadenbegrünung funktionieren.

Langfristig sollen die Moosfilter nahezu kostenfrei angeboten werden und sich über die Analyse und Visualisierung von hochqualitativen Daten finanzieren. So wird Green City Solutions bis 2030 saubere und frische Luft für 500+ Mio. Menschen bereitstellen.

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