Gesund aufwachsen braucht saubere Luft

Luftverschmutzung stellt eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit dar – insbesondere für Kinder.

In einer repräsentativen Forsa-Befragung berichtete rund ein Viertel der Eltern von gesundheitlichen Beschwerden ihres Kindes, die sie mit schlechter Luftqualität in Verbindung bringen. Zahlen wie diese verdeutlichen die Notwendig- und Dringlichkeit, innovative Lösungen in urbanen Räumen einzusetzen, um u.a. die Luftqualität nachhaltig zu verbessern. Dies stellt sich z.B. auch für DAK-Vorstandschef Andreas Storm so dar: Die „Zahlen und die aktuell hohen Feinstaubkonzentrationen in vielen Regionen Deutschlands ein deutliches Zeichen: Es braucht eine höhere Aufmerksamkeit für die Themen Gesundheit und Klima“.

Die gesundheitlichen Folgen von Luftverschmutzung betreffen Kinder weltweit – und sie sind gravierend. Nach Schätzungen des State of Global Air 2024 war Luftverschmutzung im Jahr 2021 weltweit mit mehr als 700.000 Todesfällen bei Kindern unter fünf Jahren verbunden. Das entspricht nahezu 2.000 Todesfällen pro Tag.

Auch in Europa bleibt die Belastung relevant, Daten der Europäischen Umweltagentur (EEA) liefern ebenfalls „erschreckende Zahlen“. Die EEA schätzt, dass Luftverschmutzung jährlich zu mehr als 1.200 vorzeitigen Todesfällen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren beiträgt.

Copyright: GettyImages_MarKord/DAK-Gesundheit

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Warum sind Kinder besonders gefährdet?

Luftverschmutzung trifft alle, doch manche schwerer als andere.

Zu den besonders schützenswerten und gefährdeten Bevölkerungsgruppen zählen Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Personen und Kinder. Kinder reagieren deswegen empfindlicher auf Luftverschmutzung, da sich ihre Lunge, ihr Gehirn und ihr Immunsystem noch in der Entwicklung befinden. Die Atemwege sind deshalb durchdringlicher. Zudem atmen Kinder schneller als Erwachsene, wodurch sie in Relation auf ihr Körpergewicht mehr Luft und damit auch mehr Schadstoffe aufnehmen.

„‚Wir können Kinder nicht wie kleine Erwachsene betrachten, wenn es um Umweltrisiken und Luftverschmutzung geht‘, sagte der EEA-Experte Gerardo Sanchez. Sie hätten unter anderem eine höhere Atemfrequenz, atmeten mehr durch den Mund, befänden sich näher am Boden und hätten ein geringeres Gewicht. Ihre Biologie sei anders, aber auch die Art und Weise, wie sie Luftverschmutzung ausgesetzt seien“.

Gesundheitsprobleme durch Luftverschmutzung: Ein besorgniserregender Trend

Laut „einer repräsentativen Forsa-Umfrage von Eltern und Kindern im Rahmen des DAK-Kinder- und Jugendreports“ leiden 25 % der Kinder in Deutschland an gesundheitlichen Problemen, die durch Luftverschmutzung verursacht werden.

Der UNICEF-Bericht „Danger in the air: How air pollution can affect brain development in young children“ (2017) listet global betrachtet einige dieser auf:

Besonders betroffen sind Kinder in städtischen Gebieten, wo die Schadstoffbelastung durch Verkehr, Industrie und Heizungsanlagen besonders hoch ist (vgl. DAK-Gesundheit), „Kinder und Jugendliche aus Großstädten sind dabei häufiger betroffen als Mädchen und Jungen in Kleinstädten“.
Während23 % der Eltern angaben, dass ihre Kinder in den letzten sechs Jahren gesundheitliche Probleme durch schlechte Luftqualität hatten, bestätigten dies auch 32 % der Kinder selbst. Trotz dieser Zahlen bewerten 87 % der Eltern und 83 % der Kinder die Luftqualität in Deutschland als „sehr gut“ oder „eher gut“.

Bereits im Jahr 2018 warnte die ÄrzteZeitung, dass Luftverschmutzung „längst nicht nur ein Problem von Entwicklungsländern“ sei, sondern „auch in Ländern mit höherem Einkommen […] jedes zweite Kind unter fünf Jahren Feinstaubwerten ausgesetzt [ist], die über den Luftqualitätsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegen.

Rene Bernal

Foto: Rene Bernal von Unsplash

Luftverschmutzung in Deutschland: Grenzwerte und Realität

Die Europäische Union hat in den letzten Jahren die Grenzwerte für Luftschadstoffe verschärft, um die Gesundheit der Bevölkerung besser zu schützen. Dennoch zeigt ein Bericht der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dass Deutschland diese Grenzwerte in vielen Regionen weiterhin überschreitet. Besonders problematisch ist die unzureichende Transparenz der Bundesregierung, die das tatsächliche Ausmaß der Luftverschmutzung verschleiert (vgl. Deutsche Umwelthilfe). „Probleme mit zu hohen Schadstoffwerten gibt es dabei oft vor allem in den Städten.“

Die Tagesschau berichtet, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 2021 deutlich strengere Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide empfohlen hat. Diese Werte werden jedoch in Deutschland noch nicht flächendeckend eingehalten, was die Gesundheit von Millionen Menschen gefährdet – insbesondere die der Kinder (vgl. Tagesschau).

Und: „Die WHO-Richtwerte sind deutlich strenger gefasst als die Grenzwerte der EU.“ Mit der 2024 verabschiedeten EU-Luftqualitätsrichtlinie werden die Grenzwerte bis 2030 deutlich verschärft. Die WHO-Leitwerte von 2021 bleiben jedoch in wichtigen Punkten strenger.

Fotos: Leo Rivas, Farid Ershad & Robert Collins von Unsplash

Eine Studie des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) zeigte 2024, dass bspw. die Luftqualitätsverbesserung durch Umweltzonen positive Auswirkungen auf die mentale Gesundheit und die Bildung(serfolge) als auch die soziale Gerechtigkeit hatte – zuzüglich der positiven ökologischen Effekte.

  • Diagnosen von Depressionen gingen um 3,5 % zurück, Angststörungen nahmen um 4,2 % ab, Facharztbesuche bei Psychiaterinnen und Psychotherapeutinnen sanken um 7,4 %. Auch die Antidepressiva-Verordnungen reduzierten sich.
  • Nach der Einführung von Umweltzonen stieg der Anteil der Grundschüler:innen, die aufs Gymnasium wechselten, was die Schlussfolgerung zuließ, dass eine bessere Luftqualität die kognitive Leistungsfähigkeit und Lernfähigkeit von Kindern fördere.
  • Umweltzonen verbessern die Lebensqualität in städtischen Gebieten, die oft von ärmeren Bevölkerungsgruppen bewohnt werden. Dadurch können Ungleichheiten in Bildung und Gesundheit verringert werden.

Nach EEA-Experte für Umwelt und Gesundheit, Gerardo Sanchez, können zwei Ansätze helfen: Der effektivste Weg, Kinder besser zu schützen, bestehe darin, die Luftverschmutzung direkt an der Quelle zu verringern, beispielsweise im Verkehr, in der Industrie und bei Heizsystemen. Zusätzlich sei es sinnvoll, gezielt die Luftqualität in der Umgebung von Schulen und Kindergärten zu verbessern, etwa durch die Schaffung von mehr Grünflächen.

Dies bestätigte der globale UNICEF-Bericht, dessen Handlungsempfehlungen u.a. die Reduzierung der Luftverschmutzung, Schutzmaßnahmen für Kinder durch Verbesserung der Luftqualität in Schulen und Wohngebieten, Zugang zu Grünflächen und bessere Belüftungssysteme sowie Aufklärung und Monitoring der Eltern und Gemeinden.

Fotos: Daiga Ellaby, Jon Tyson & Ryan Jacobson von Unsplash

Denn das Problem der Luftverschmutzung und auch Hitze (be)treffen alle – und manche schwerer als andere. Außer Vorerkrankte und älteren Personen reagieren vor allem Kita-Kinder, Schülerinnen und Schüler empfindlicher auf hohe Temperaturen und Luftschadstoffe und müssen besonders beschützt werden. Doch Bildungseinrichtungen wie Schulen befinden sich oft in Stadtzentren, umgeben von Straßen. Dazu kommt: Pausenhofflächen sind typischerweise versiegelte Flächen mit wenig Grün oder schattenspendenden Bäumen, da diese klassische Begrünung nur schwer zu implementieren und zu halten ist.

Pflanzenklimaanlagen für alle – und besonders die Kleinsten

Wir wollen saubere und frische Luft für diejenigen, die besonders unter Luftverschmutzung leiden – an Orten, wo möglichst zahlreiche Personen von der sauberen und kühlen Luft profitieren.

Um die Luftqualität in Städten nachhaltig zu verbessern, sind innovative Ansätze gefragt. Green City Solutions hat mit seinen Moosfiltern eine wegweisende Technologie entwickelt, die Schadstoffe aus der Luft filtert. Sie bieten nicht nur eine effektive Lösung zur Verbesserung der Luftqualität, sondern tragen auch zur Klimaanpassung bei. Sie kühlen die Umgebungstemperatur, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und schaffen grüne Oasen in urbanen Räumen. Besonders in stark belasteten Gebieten wie Schulhöfen, Spielplätzen und Wohngebieten können die Moosfilter einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten.

Markus Spiske

Foto: Markus Spiske von Unsplash

Von schulnahen Projekten in Deutschland und UK verfügt Green City Solutions bereits über umfangreiche Erfahrungen und erfreut sich an positiven Rückmeldungen sowohl von Eltern als auch den Kindern zu den Frischluft-Konzepten rund um die Schulumgebung.

„Die innovative und natürliche Lösung, der weltweit erste, aktive Luftfilter auf Moos-Basis, erzeugt auf einer Grundfläche von nur 9 m² die gleiche Wirkung wie 81 Bäume und eine Kühlleistung von bis zu 6.500 W/h. So wird nicht nur die Umgebungsluft nachhaltig von Schadstoffen befreit, sondern an warmen Sommertagen auch um bis zu 4°C abkühlt. Wir freuen uns daher sehr, dass die Installationen […] zur Verbesserung des Lernumfelds einer besonders schützenswerten Personengruppe beitragen“, so Geschäftsführer und Mitgründer von Green City Solutions, Peter Sänger.

Beispielsweise Pausenhofflächen seien „typischerweise verdichtet, und klassische Begrünung ist nur schwer zu implementieren und zu halten“, erklärt der Firmengründer. „Die Moose zur Kühlung und Reinigung der Luft für Bildungseinrichtungen zu nutzen war uns von Beginn an ein Wunschszenario. Kinder wollen raus, egal ob die Sonne scheint, gerade in der Mittagspause kann die Temperatur extrem sein, wir schaffen Räume, wo sich die Kinder im Freien aufhalten und erholen können – vor allem dort, wo Baumpflanzungen keine sinnvolle Alternative bieten“.

EcoBreeze an der Villa Elisabeth Grundschule in Wildau

Wie Maßnahmen zur Klimaanpassung und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität an Schulen praktisch aussehen können, zeigt ein Projekt an der Villa Elisabeth Grundschule in Wildau. Dort installierte Green City Solutions im Juni 2026 einen EcoBreeze auf dem Schulhof – eine solarbetriebene Weiterentwicklung des CityTree-Moosfilters.

Das System verbindet moosbasierte Luftfilterung und Verdunstungskühlung mit integrierter Solarenergie. Es wurde als Mietprojekt umgesetzt und richtet sich an rund 120 Schülerinnen und Schüler sowie acht Betreuende. Neben der Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Außenbereich dient der EcoBreeze auch als sichtbarer Lernort: Kinder können nachvollziehen, wie Moos, Sensorik und Solarenergie im Kontext von Luftqualität und Klimaanpassung zusammenspielen.

„Gute Bildung braucht gute Bedingungen – dazu gehört auch frische, kühle Luft auf dem Pausenhof. Das Motto unseres letzten Schulfestes‚ ‚Zusammenwachsen‘ beschreibt, wie wir Schule verstehen: als lebendigen Ort, an dem Kinder, Natur und Lernen sich gegenseitig bereichern. Als Ganztagsschule sind gute Voraussetzungen, auch draußen, von besonderer Relevanz, für Pausen und Bewegung, zum Durchatmen und Entspannen – gerade an warmen Tagen.
Der EcoBreeze passt dazu auf wunderbare Weise – er bringt echtes Grün auf unseren Pausenhof, macht Klimaanpassung greifbar und zeigt unseren Kindern, wie man für sich und seine Umgebung Verantwortung übernehmen kann.
Von der Klasse 1b, die ihr erstes Hochbeet anlegt, bis zum EcoBreeze auf dem Pausenhof: An der Villa Elisabeth wächst gerade einiges – und das ist genau so gewollt. Wir freuen uns, unseren Kindern zu zeigen, dass Natur und moderne Technologie keine Gegensätze sind“
, so Anna-Maria von Platen, geschäftsführende Gesellschafterin Private Schulgesellschaft in der Mark Brandenburg mbH Villa Elisabeth, zur Installation.

Fotos: GCS

“In gut gekühlter Umgebung wird das Lernen an Schönefelder Schulen nun noch leichter”: Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit der Gemeinde Schönefeld werden innovative Moosfilter aufgestellt, die zur Verbesserung der Umgebungstemperatur, Luft- und Aufenthalts- bzw. Lernqualität beitragen. “Das Projekt wurde realisiert in enger Zusammenarbeit mit der Berlin Brandenburg Area Development Company GmbH (BADC), geschäftsführendes Mitglied des Dialogforums Airport Berlin Brandenburg und ist ein Pilotprojekt der Gemeinde Schönefeld. Der Luftfilter und -kühler auf Moosbasis ist ein zukunftsweisendes Beispiel für die Kombination von Natur und Technologie, um städtische Umgebungen klimafreundlicher zu gestalten.” 

In einem ersten Schritt wurden – pünktlich eine Woche vor Ende der Sommerferien – drei Frischluftfilter auf Moosbasis namens „CityTree“ an zwei Schulen und einer Kita der Gemeinde Schönefeld aufgestellt. Dank der aktiv durchlüfteten Moosmodule verfügen die drei Installationen über eine Gesamtleistung von bis zu 15.000 m³ Luftumwälzung pro Stunde. Darüber hinaus versorgen die CityTrees ihre Umgebung in Summe mit einer Kühlleistung von ca. 19.500 Watt, was der Leistung von mehr als 240 Bäumen entspricht – auf nur je 9 m² Fläche. Die zweite Installationsphase umfasst weitere Moosmodule in Form von 14 sogenannten „WallBreeze“-Elementen. Diese Einheiten erbringen eine zusätzliche Leistung von 19.600 m³ stündlichen Luftumwälzungen bei einer Kühlleistung von 23.100 Watt.  

Fotos: GCS

„Gut Durchatmen am Nikolaus-Ehlen-Gymnasium“

„Den inzwischen fühlbaren Veränderungen im Klima, müssen wir uns mit innovativen Ideen stellen“, sagte Dirk Lukrafka, Bürgermeister der Stadt Velbert, im August 2021.

Fotos: GCS

„Der CityTree ist richtig cool, weil er die Luft reinigt, sodass wir saubere Luft atmen und spielen können.“

„Unsere Mission ist es, eine Lösung für besonders belastete innerstädtische Räume zu finden, damit möglichst viele Menschen saubere Luft atmen können“, erklärt Peter Sänger, Mitgründer und CEO von Green City Solutions. „Und wir freuen uns, dass in diesem Fall besonders Kinder von der verbesserten Luftqualität profitieren.“

Die Schülerinnen und Schüler der Hampstead Hill Pre-Preparatory and Nursery School können ihre Pausen in einer saubereren und frischeren Luft genießen. Die unabhängige Schule hat zwei innovative Luftfilter auf dem Pausenhof installiert, die mit echtem, lebendem Moos Feinstaub aus der Luft filtern und gleichzeitig Sauerstoff anreichern.

Die Schülerinnen und Schüler sind begeistert von der neuen Technologie. Sarah Brown (7 Jahre) erklärt:

„Der CityTree ist richtig cool, weil er die Luft reinigt, sodass wir saubere Luft atmen und spielen können. Er hat eine Tür, und innen gibt es viele Rohre. Diese helfen dem Moos, sich selbst zu bewässern! Unser CityTree ist so besonders, weil unsere Pflanzen und Tiere für uns sehr wichtig sind. Verschmutzung könnte all diese Arten töten, und das wollen wir nicht, weil sie für unseren Planeten so wichtig sind.“

Die positiven Effekte gehen über die Luftreinigung hinaus. Aufgrund seiner großen Oberfläche kann das Moos in einem CityTree etwa zehnmal mehr CO2 absorbieren als ein durchschnittlicher zehnjähriger Baum. Zudem sorgt die gefilterte Luft für eine spürbare Abkühlung – ein erfrischender Effekt, den Schüler und Lehrkräfte besonders in den warmen Sommermonaten zu schätzen wissen.

Fotos: GCS

Gemeinsam für saubere Luft

Die alarmierenden Zahlen zur gesundheitlichen Belastung von Kindern durch Luftverschmutzung verdeutlichen die Notwendigkeit eines schnellen Handelns. Neben politischen Maßnahmen und strengeren Grenzwerten sind innovative Technologien ein wichtiger Baustein, um die Luftqualität in urbanen Gebieten, in denen sich viele Personen aufhalten, nachhaltig zu verbessern.

Die Gesundheit unserer Kinder und zukünftiger Generationen hängt davon ab, wie wir heute mit den Herausforderungen der Luftverschmutzung umgehen. Es ist an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam für saubere Luft zu sorgen.

Fotos: GCS & Benjamin von Unsplash